„Drifter“ von Nicholas Petrie

„Drifter“ von Nicholas Petrie

Dieses Mal habe ich im Rahen der Buchchallenge meine Nase in einen Thriller aus dem Hause Suhrkamp gesteckt – „Drifter“ von Nicholas Petrie. Hauptfigur ist Peter Ash, ein ehemaliger Marine, der sowohl im Irak als auch in Afghanistan gekämpft hat und durch seine Erlebnisse dort große Probleme hat, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Daher lebt er in der Wildnis oder aber in seinem Pickup. Als er der Witwe eines verstorbenen Kameraden helfen will, wird er in eine explosive Angelegenheit hineingezogen.

Drifter von Nicholas Petrie – Der Inhalt

Der Ex-Marine Peter Ash möchte Dinah, der Witwe eines ehemaligen Mitkämpfers bei der Sanierung ihres Hauses helfen. Dabei findet er nicht nur einen Pitbull, sondern einen Koffer voller Geld und Sprengstoff. Er entschließt sich, herauszufinden, woher das Geld kommt und erforscht so die letzten Wochen des verstorbenen Kameraden. Schon bald zeigt sich, dass dessen Tod nicht so freiwillig war, wie vermutet und hinter dem Geld ein großes Verbrechen lauert.

Erschwerend kommt aber hinzu, dass Peter sich nicht lange in geschlossenen Räumen aufhalten kann und somit in viele Situationen gerät, die ihn psychisch belasten und auf seine Umwelt irritierend wirken. Kein Einzelfall – was sich dann im Laufe der Geschichte herausstellt.

Mein Eindruck

Generell lese ich eher seltener Thriller oder Krimis. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Um so spannender fand ich es, diesmal einen Thriller zur Hand zu nehmen. Und tatsächlich machte es mir wirklich Spaß, „Drifter“ von Nicholas Petrie zu lesen.

Gefallen hat mir zum einen, dass Petrie mit Peter Ash einen wirklich interessanten Protagonist kreiert hat. Er zeichnet ihn sehr deutlich und authentisch, so dass man diese Person gut kennenlernen kann und sich schon bald in seine Gedankenwelt einfühlt. Interessant und tiefgründig ist natürlich auch die Hintergrundgeschichte des Ex-Marine. Hier geht Petrie durchaus kritisch mit der Versorgung der amerikanischen Veteranen ins Gericht. Man erfährt so nebenbei halt auch, wie stark belastet viele ehemalige Kämpfer zurückkehren und wie wenig hilfreich dann letztendlich die Verpflegung der Soldaten ausfällt. Dies kollidiert aber letztendlich mit der fast schon übertriebenen Verehrung der Veteranen.

Dem Autor gelingt es aber trotz dieser ernsten Themen immer mal wieder auch amüsante Passagen einzustreuen. Hier kommt dem Pitbull, der sich unter der Terrasse des verstorbenen Soldaten befand, eine tragende Rolle zu. Wirkt das Tier auf den ersten Blick regelrecht monströs und bösartig, zeigt sich dem Leser Stück für Stück, wie liebenswert und treu der Hund letztendlich ist. Diese Metamorphose durchlaufen einige Charaktere in dem Thriller. Aus Kriminellen werden Kämpfer für das Gute, aus braven Jungen werden Erzfeinde.

Manche Seitenstränge der Geschichte reißt Petrie aber nur an und hinterlässt damit Fragezeichen beim Leser. So wurde für mich zum Beispiel nicht ganz klar, was genau zwischen dem Gauner Lewis und der Witwe Dinah passiert ist und wie sich das Verhältnis von Dinah und Peter entwickelt. Wahrscheinlich soll das aber auch so sein, denn mit dem Folgewerk „Tig3r“ lässt Nicholas Petrie seine Hauptfigur weiter existieren.

Mein Fazit

Diesen Thriller kann ich ganz klar weiterempfehlen. Allerdings werden Freunde blutrünstiger Thriller wahrscheinlich etwas enttäuscht sein, denn in „Drifter“ geht es relativ unblutig zu. Wie es sich für solch ein Buch gehört, kommen natürlich diverse Leute um, aber es sind (abgesehen von den Kriegsopfern, von denen immer mal wieder die Rede ist) nur eine Hand voll Menschen. Und diese werden nicht bestialisch abgeschlachtet, sondern schlichtweg erschossen. Dies schmälert aber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.